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Die gemachte Eurokrise
Die Zuschauer sind jetzt in Deutschland. Hier sind viele stolz, dass das Land als wirtschaftliches Vorbild gilt. Nur irritiert, dass das „Vorbild" zunehmend auch verhasst ist. Dieser Hass sei kein Wunder, sagt Heiner Flassbeck, der Chefökonom der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad). Der von Deutschland betriebene Dumping-Wettbewerb im Dienste der „Märkte" sei sogar eine wesentliche Ursachen der gegenwärtigen „Eurokrise"..EZB kl
Deutschland hat sich erst ca. 10 Jahre nach den USA und Großbritannien den entfesselten Finanzmärkten geöffnet (U.a. wurde der Handel mit Derivaten erlaubt). Dafür hat sich das Land den Märkten sogleich gründlicher unterworfen als die meisten anderen. Ausgerechnet unter einer rot-grünen Regierung erfolgte sofort ein massiver Sozialabbau verbunden mit einer Schwächung der Gewerkschaften. Dies ermöglichte es der deutschen Industrie, die Lohnstückkosten (Lohnkosten pro hergestellter Einheit) teils zu senken, in jedem Fall aber zu halten. Das ist ein gewaltiger Wettbewerbsvorteil gegenüber Staaten des Euroraums, die wie Frankreich mit der 35-Stunden-Woche soziale Errungenschaften weniger antasteten. Und solch ein Wettbewerb schafft Zugzwang: Wer mithalten will, muss einen sozialen Standard nach dem anderen aufgeben – und kommt doch nicht mit.
Jeden Unterschied an Wirtschaftskraft bei einer gemeinsamen Währung machen Hedgefonds und Investmentbanken durch ihre Wetten gewaltig: Deutschland erzielt mittlerweile bei Kreditaufnahmen negative Zinsen. Spanien muss dagegen unfinanzierbare 7% und mehr bezahlen. Doch nicht nur für öffentliche Anleihen zahlen die im Wettbewerb abgehängten Länder immer höherer und höhere Zinsen. Auch für private Banken und Bankkunden kostet in Italien, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland jeglicherKredite viel mehr als in Deutschland. So hat sich ein ganzes System immer weiter auseinandertreibender Wettbewerbsfaktoren gebildet – und stets nur in eine Richtung: Die wirtschaftlich starken Staaten haben immer bessere Bedingungen, die schwachen immer schlechtere. Das geht nicht mehr zusammen, das sprengt das gemeinsame Währungsdach. Die deutsche Industrie und die Banken scheinen die großen Gewinner dieser Krise zu sein. Doch 42% der deutschen Exporte gehen in die Eurozone. Bei einem Crash des Euro wird Deutschland den größten Schaden haben. Eindeutige Gewinner sind nur die Finanzmärkte. Und sind in der Lage, die Politik der EU zu beeinflussen.

   
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